Syrien, ein Land reich an jahrtausendealter Geschichte und beeindruckender Kultur, zählt zu den faszinierendsten Reisezielen im Nahen Osten. Trotz der schwierigen politischen Situation der letzten Jahre beginnt sich der Tourismus in bestimmten Regionen langsam wieder zu erholen, und enthüllt Besuchern eine Schatzkammer voller archäologischer Stätten, lebendiger Basare und atemberaubender Landschaften, die von der Wüste bis zum Mittelmeer reichen.
Von der legendären Wüstenstadt Palmyra über die verwinkelten Gassen der Altstadt von Damaskus bis hin zu den beeindruckenden Kreuzritterburgen – Syrien bietet Reisenden ein unvergleichliches Erlebnis, das die Grenzen zwischen Orient und Okzident, zwischen Tradition und Moderne verschwimmen lässt. Die folgenden acht Highlights geben einen Einblick in die kulturellen und landschaftlichen Schätze, die dieses faszinierende Land zu bieten hat.
Reisehinweis: Vor jeder Reise nach Syrien unbedingt aktuelle Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes beachten.
Beste Reisezeit: Frühling (April-Mai) und Herbst (September-Oktober), wenn die Temperaturen angenehm sind.
Einreise: Für die Einreise nach Syrien benötigen deutsche Staatsangehörige ein Visum, das vorab bei der syrischen Botschaft beantragt werden muss.
Die aktuelle Lage in Syrien: Ein Überblick über den andauernden Konflikt
Der Krieg in Syrien dauert mittlerweile über zehn Jahre an und hat zu einer der schlimmsten humanitären Krisen des 21. Jahrhunderts geführt. Verschiedene Konfliktparteien – darunter die Regierung unter Baschar al-Assad, Rebellengruppen, islamistische Milizen und ausländische Mächte – kämpfen um Einfluss und Kontrolle über das Land, wobei die Frontlinien oft wie unüberwindbare Berge erscheinen, die den Weg zum Frieden versperren. Mehr als 6,7 Millionen Menschen mussten innerhalb des Landes fliehen, während weitere 5,6 Millionen Syrer als Flüchtlinge im Ausland leben, was die demografische Landschaft des Landes nachhaltig verändert hat. Trotz zahlreicher internationaler Vermittlungsversuche bleibt eine politische Lösung des Konflikts in weiter Ferne, während die Zivilbevölkerung weiterhin unter Gewalt, wirtschaftlichem Zusammenbruch und dem Zusammenbruch grundlegender Infrastruktur leidet.
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Syriens Geschichte: Von der Antike bis zum Bürgerkrieg
Das heutige Syrien blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück, die bis zu frühen Hochkulturen wie den Sumerern, Akkadern und Aramäern reicht. Unter römischer und später byzantinischer Herrschaft wurde das Land zu einem bedeutenden Zentrum früher christlicher Gemeinden, bevor es im 7. Jahrhundert Teil der arabisch-islamischen Welt wurde. Nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches fiel Syrien zunächst unter französisches Mandat, bis es 1946 seine Unabhängigkeit erlangte und später unter die Herrschaft der Baath-Partei und der Assad-Familie geriet. Seit 2011 erschüttert ein verheerender Bürgerkrieg das Land, der aus den Protesten des Arabischen Frühlings entstand und sich zu einem komplexen Konflikt mit internationaler Beteiligung entwickelte. Die jahrelangen Kämpfe haben das historisch reiche Land in eine humanitäre Katastrophe gestürzt, wobei Millionen Menschen vertrieben wurden und unschätzbare Kulturschätze unwiederbringlich verloren gingen.
Syrien gehört zu den ältesten durchgehend besiedelten Regionen der Welt mit etwa 12.000 Jahren menschlicher Zivilisation.
Der syrische Bürgerkrieg hat seit 2011 über 500.000 Menschenleben gefordert und etwa 13 Millionen Syrer zu Flüchtlingen gemacht.
Die UNESCO-Welterbestätten Palmyra, Aleppo und Krak des Chevaliers erlitten während des Konflikts schwere Beschädigungen.
Humanitäre Krise in Syrien: Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung

Die humanitäre Krise in Syrien hat katastrophale Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, die unter den ständigen Kampfhandlungen, zerstörter Infrastruktur und mangelndem Zugang zu Grundversorgung leidet. Millionen Syrer wurden aus ihren Häusern vertrieben und leben nun unter prekären Bedingungen in überfüllten Flüchtlingslagern oder haben das Land verlassen, um in Metropolen wie London eine neue Heimat zu finden. Die medizinische Versorgung ist vielerorts zusammengebrochen, sodass selbst behandelbare Krankheiten lebensbedrohlich werden können und besonders Kinder und ältere Menschen gefährdet sind. Humanitäre Hilfsorganisationen kämpfen täglich gegen immense Herausforderungen, um die notleidende Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen, doch der Zugang zu vielen betroffenen Gebieten bleibt schwierig.
Flucht aus Syrien: Ursachen und globale Folgen der Migrationsbewegungen
Die syrische Flüchtlingskrise wurde durch den seit 2011 andauernden Bürgerkrieg ausgelöst, in dem das Assad-Regime mit brutaler Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vorging und ganze Städte in Trümmerfelder verwandelte. Über sechs Millionen Syrer flohen ins Ausland, während weitere sechs Millionen als Binnenvertriebene im eigenen Land Schutz suchen mussten – zusammen fast die Hälfte der Vorkriegsbevölkerung. Die Nachbarländer Türkei, Libanon und Jordanien tragen die Hauptlast der Aufnahme, wobei besonders der Libanon mit einem Flüchtlingsanteil von rund 25 Prozent seiner Bevölkerung an die Grenzen seiner Belastbarkeit stößt. Die Fluchtbewegungen aus Syrien führten in Europa zu politischen Spannungen, polarisierten Gesellschaften und begünstigten den Aufstieg populistischer Bewegungen, während gleichzeitig die internationale Staatengemeinschaft keine nachhaltige Lösung für den Konflikt finden konnte.
- Der syrische Bürgerkrieg zwang über 12 Millionen Menschen zur Flucht innerhalb und außerhalb des Landes.
- Die Nachbarländer Türkei, Libanon und Jordanien haben prozentual die meisten syrischen Flüchtlinge aufgenommen.
- Die Flüchtlingsbewegung führte in Europa zu gesellschaftlichen und politischen Spannungen.
- Trotz des enormen menschlichen Leids konnte die internationale Gemeinschaft keine dauerhafte Lösung für den Syrienkonflikt erzielen.
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Internationale Beziehungen: Wie Großmächte den syrischen Konflikt beeinflussen
Der syrische Konflikt hat sich längst zu einem Stellvertreterkrieg entwickelt, in dem Russland und der Iran als Unterstützer des Assad-Regimes auftreten, während die USA, die Türkei und die Golfstaaten verschiedene Oppositionsgruppen fördern. Durch Waffenlieferungen, militärische Beratung und direkte Luftangriffe haben diese Mächte entscheidenden Einfluss auf den Kriegsverlauf genommen und dabei oft ihre eigenen geopolitischen Interessen verfolgt. Die russische Militärintervention ab 2015 wendete das Blatt zugunsten Assads, während amerikanische Unterstützung für kurdische Kräfte im Nordosten die territoriale Integrität Syriens weiter komplizierte. Diplomatische Lösungsversuche in Genf und Astana scheiterten wiederholt an den gegensätzlichen Interessen der internationalen Akteure, die jeweils unterschiedliche Vorstellungen von Syriens Zukunft haben. Die Vetomacht einzelner Großmächte im UN-Sicherheitsrat hat zudem verhindert, dass die Vereinten Nationen eine effektive Rolle bei der Konfliktlösung spielen konnten.
Russland hat seit 2015 über 63.000 Luftangriffe in Syrien durchgeführt und damit maßgeblich zum militärischen Überleben des Assad-Regimes beigetragen.
Die USA haben kurdisch geführte SDF-Kräfte mit etwa 2,2 Milliarden Dollar militärischer Hilfe unterstützt und kontrollieren indirekt etwa 30% des syrischen Territoriums, vor allem im ölreichen Nordosten.
Die Türkei hat mehrere Militäroperationen in Nordsyrien durchgeführt und kontrolliert einen Grenzstreifen von etwa 120 km Länge, um kurdische Autonomiebestrebungen zu verhindern.
Wiederaufbau Syriens: Herausforderungen und Perspektiven für die Zukunft
Der Wiederaufbau Syriens steht vor immensen Herausforderungen, da weite Teile der Infrastruktur zerstört sind und internationale Unterstützung aufgrund politischer Spannungen nur zögerlich fließt. Die Rückkehr von Millionen Geflüchteten, die sich nach neuen Perspektiven und einem Neuanfang sehnen, hängt maßgeblich von der Schaffung sicherer Lebensbedingungen und wirtschaftlicher Chancen ab. Trotz aller Schwierigkeiten gibt es lokale Initiativen und Gemeinschaften, die mit begrenzten Mitteln bereits heute am Wiederaufbau arbeiten und Hoffnungszeichen für eine friedlichere Zukunft des Landes setzen.
Syrische Kultur und Identität: Was trotz Krieg bewahrt werden muss

Die syrische Kultur ist ein Mosaik aus jahrtausendealten Traditionen, die durch Poesie, Musik, Handwerk und eine reichhaltige Küche zum Ausdruck kommen, die trotz des verheerenden Krieges in vielen Familien am Leben erhalten werden. Neben den historischen Stätten wie Palmyra und der Altstadt von Damaskus, deren Zerstörung ein schwerer Schlag für das kulturelle Erbe der Menschheit darstellt, sind es vor allem die immateriellen Kulturgüter, die bewahrt werden müssen. In der Diaspora versuchen syrische Künstler, Musiker und Schriftsteller, ihre kulturelle Identität durch neue Werke lebendig zu halten und gleichzeitig ihre Erfahrungen von Krieg und Flucht zu verarbeiten. Die Bewahrung der sprachlichen Vielfalt Syriens, einschließlich des Arabischen, Kurdischen, Aramäischen und anderer Minderheitensprachen, ist entscheidend für den Erhalt der kulturellen Identität in einem zukünftigen, friedlichen Syrien.
- Traditionelle Handwerkskunst, Küche und Musik als lebendige kulturelle Praktiken
- Materielle und immaterielle Kulturgüter sind gleichermaßen schützenswert
- Künstlerisches Schaffen in der Diaspora als Form des kulturellen Widerstands
- Sprachliche Vielfalt als Grundpfeiler syrischer Identität
Hilfsprojekte für Syrien: Wie du selbst einen Beitrag leisten kannst
Die humanitäre Krise in Syrien dauert nun schon über ein Jahrzehnt an, doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie jeder von uns helfen kann. Du kannst etablierte Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen, UNICEF oder Save the Children unterstützen, die direkt vor Ort medizinische Versorgung, Nahrungsmittel und Bildungsangebote bereitstellen. Auch kleine Spenden für lokale syrische Initiativen oder die Teilnahme an Spendenläufen und Benefizveranstaltungen in deiner Region können einen wertvollen Beitrag leisten. Darüber hinaus kannst du durch das Teilen von verifizierten Informationen in sozialen Medien Bewusstsein schaffen und andere motivieren, ebenfalls zu helfen.
Häufige Fragen zu Syrien
Wie ist die aktuelle Situation in Syrien?
Die arabische Republik Syrien befindet sich seit 2011 in einem komplexen Bürgerkrieg mit mehreren Konfliktparteien. Große Teile des Landes stehen unter Kontrolle der Regierung von Präsident Assad, während andere Gebiete von Rebellengruppen, kurdischen Kräften oder islamistischen Milizen kontrolliert werden. Die humanitäre Lage bleibt prekär – über 6,7 Millionen Menschen sind Binnenflüchtlinge, weitere 5,5 Millionen flohen ins Ausland. Die Infrastruktur des Nahost-Staates ist weitgehend zerstört, die Wirtschaft liegt am Boden und die Bevölkerung leidet unter Versorgungsengpässen. Internationale Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Konflikts zeigen bisher nur begrenzte Erfolge.
Was sind die wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten in Syrien?
Syrien beherbergt als eine der ältesten Zivilisationen der Welt zahlreiche UNESCO-Weltkulturerbestätten. Die Altstadt von Damaskus gilt als eine der ältesten durchgehend bewohnten Metropolen der Welt mit der beeindruckenden Umayyaden-Moschee. In Aleppo faszinieren die historische Zitadelle und die verwinkelten Souks. Die antike Wüstenstadt Palmyra mit ihren römischen Ruinen zählt zu den bedeutendsten archäologischen Stätten des Orients. Das Kreuzritterschloss Krak des Chevaliers repräsentiert mittelalterliche Festungsbaukunst. Leider wurden viele dieser kulturellen Schätze im Bürgerkrieg schwer beschädigt oder teilweise zerstört, was einen unersetzlichen Verlust für das kulturelle Erbe des Landes darstellt.
Welche Sprachen werden in Syrien gesprochen?
Arabisch ist die offizielle Amtssprache Syriens und wird von der Mehrheit der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen – speziell in der levantinischen Dialektvariante, die sich vom Hocharabisch unterscheidet. In den kurdischen Gebieten im Nordosten des Landes wird Kurdisch (vorwiegend Kurmandschi) gesprochen. Aramäisch, eine der ältesten noch gesprochenen Sprachen der Welt, findet sich in einigen christlichen Gemeinden, besonders in Maaloula. Durch die historische und geographische Lage des Mittelmeerstaates gibt es zudem Minderheiten, die Armenisch, Tscherkessisch oder Turkmenisch sprechen. Französisch und zunehmend Englisch werden als Fremdsprachen in Bildungseinrichtungen gelehrt und im Geschäftsleben verwendet.
Wie ist das Klima in Syrien und wann ist die beste Reisezeit?
Das Klima in Syrien variiert je nach Region erheblich. Die Mittelmeerküste zeichnet sich durch milde, feuchte Winter und heiße, trockene Sommer aus. Im Landesinneren herrscht ein kontinentales Klima mit heißen Sommern (bis zu 45°C) und kalten Wintern, in denen die Temperaturen nachts unter den Gefrierpunkt fallen können. Die östlichen Wüstengebiete erleben extreme Temperaturschwankungen und Trockenheit. Die optimale Reisezeit für das nahöstliche Land liegt in den Übergangsmonaten April/Mai und September/Oktober, wenn die Temperaturen angenehm sind und wenig Niederschlag fällt. Die Sommermonate Juli und August sollten wegen der extremen Hitze vermieden werden, besonders für Besichtigungen archäologischer Stätten. Derzeit wird jedoch aufgrund der Sicherheitslage generell von touristischen Reisen abgeraten.
Was sind typische syrische Gerichte und Spezialitäten?
Die syrische Küche gehört zu den ältesten und vielfältigsten Kochtraditionen der Welt und ist eng mit der levantinischen Gastronomie verbunden. Mezze, kleine Vorspeisen wie Hummus (Kichererbsenpüree), Baba Ghanoush (Auberginendip) und Tabbouleh (Petersiliensalat), sind charakteristisch für das gemeinsame Essen. Zu den Hauptgerichten zählen Kibbeh (frittierte Bulgur-Fleisch-Taler), Yalanji (gefüllte Weinblätter) und Shawarma (geschichtetes, gegrilltes Fleisch). Berühmt ist auch Makdous, eingelegte Babauberginen mit Walnüssen. Die orientalischen Gerichte werden oft mit aromatischen Gewürzen wie Za’atar, Sumach und Kardamom verfeinert. Zum Nachtisch reicht man süße Baklava oder Mamoul (gefüllte Dattelkekse) und schließt die Mahlzeit traditionell mit starkem arabischen Kaffee oder Tee ab.
Welche Bedeutung hatte Syrien in der Geschichte?
Syrien bildete als Teil des Fruchtbaren Halbmonds eine der Wiegen der Zivilisation, wo frühe Ackerbaukulturen und Stadtstaaten entstanden. Das Gebiet war Heimat bedeutender antiker Reiche wie der Phönizier, Assyrer und Aramäer. Unter römischer Herrschaft erlebten Städte wie Palmyra ihre Blütezeit als Handelszentren. Im 7. Jahrhundert wurde die Region Teil des islamischen Kalifats und Damaskus zeitweise Hauptstadt des Umayyaden-Reiches. Während der Kreuzzüge war das Territorium hart umkämpft. Im Osmanischen Reich verblieb Syrien vom 16. Jahrhundert bis 1918. Nach französischer Mandatszeit erlangte das Land 1946 die Unabhängigkeit. Als Knotenpunkt zwischen Europa, Asien und Afrika war der Levante-Staat stets von kulturellem Austausch und strategischer Bedeutung für Handelswege und geopolitische Interessen geprägt.