Morro Jable auf eigene Faust entdecken

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Morro Jable auf eigene Faust entdecken

Wer den Süden Fuerteventuras kennenlernt, fährt meist direkt nach Jandia Playa oder Esquinzo. Morro Jable liegt nur wenige Kilometer weiter, wirkt aber wie ein anderer Ort. Kein Hotelkomplex, keine Animation, kein Animateur mit Mikrofon. Stattdessen: eine echte Fischeraltstadt, ein langer Sandstrand und ein Fährhafen, von dem aus Schiffe nach Gran Canaria und Teneriffa ablegen. Das alles lässt sich ohne Pauschalpaket und ohne organisierten Ausflug erschließen, wenn man weiß, wo man anfängt.

Ankommen und Orientierung ohne Programm

Von Puerto del Rosario aus braucht der Linienbus Nummer 5 rund zwei Stunden bis Morro Jable. Die Fahrt kostet unter vier Euro. Das ist kein Geheimtipp, aber viele Urlauber wissen schlicht nicht, dass der öffentliche Nahverkehr auf Fuerteventura funktioniert. Der Bus hält am Fährhafen, von dort läuft man in etwa zehn Minuten in die Altstadt.

Wer mit dem Mietwagen kommt, parkt am besten außerhalb des Altstadtkerns. Die Gassen rund um die Calle Maxorata sind eng, und wer sich dort mit einem Kleinwagen festfährt, verliert eine Stunde. Kostenlose Parkplätze gibt es entlang der Zufahrtsstraße zum Hafen, der Gehweg dorthin dauert keine fünf Minuten.

Die Altstadt: Kein Museum, sondern gelebter Alltag

Der Unterschied zwischen dem Touristenbereich und dem alten Fischerviertel ist sofort spürbar. Unten am Hafen riechen die Gassen nach Salz und Motoröl, die Häuser sind klein, die Farben verblasst. Einige Boote liegen noch immer im Wasser, auch wenn der kommerzielle Fischfang hier stark zurückgegangen ist.

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Wer Morro Jable etwas tiefer verstehen möchte, stellt schnell fest, dass der Ort eine eigene Geschichte mitbringt, die sich von den Resortgemeinden im Norden deutlich unterscheidet. Das Fischerviertel gehört zu den ältesten bewohnten Teilen der Halbinsel Jandia. Die kleinen Cafés dort wenden sich nicht an Touristen, sondern an Einheimische. Ein Kaffee kostet 1,20 Euro, nicht 3,50 Euro.

Wer auf dem Marktplatz sitzt und beobachtet, erlebt mehr über das echte Fuerteventura als auf jeder geführten Tour. Dienstags und freitags findet dort ein kleiner Wochenmarkt statt, der hauptsächlich Gemüse, Käse und lokale Konserven anbietet.

Der Strand: Länger als gedacht, ruhiger als erwartet

Der Playa de Morro Jable zieht sich mehrere Kilometer nach Westen in Richtung Cofete. Der erste Abschnitt direkt vor dem Ort ist belebt, aber je weiter man läuft, desto ruhiger wird es. Nach etwa 30 Minuten zu Fuß in Richtung Westen hat man den Strand fast für sich allein.

Der Wind kommt hier fast immer aus Nordost. Das bedeutet: Wellenreiter und Windsurfer lieben diesen Strand, wer in der Sonne lesen möchte, sucht sich besser eine Stelle hinter einer der natürlichen Sanddünen. Der Strand ist nicht bewacht, außer in einem kurzen Abschnitt nahe der Promenade. Schwimmen ist problemlos möglich, der Untergrund ist sandig und fällt gleichmäßig ab.

Cofete: Der Ausflug, der den Tag ausfüllt

Wer einen vollen Tag hat, fährt von Morro Jable aus nach Cofete. Die Strecke über die Schotterstraße dauert mit einem normalen Mietwagen etwa 45 Minuten. Allradantrieb ist nicht nötig, aber ein Kleinwagen mit niedrigem Unterboden sollte die Pisten meiden. Die Straße ist offiziell für alle Fahrzeuge zugelassen, in der Praxis entscheidet der Reifenzustand.

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Cofete selbst besteht aus ein paar Häusern, einem kleinen Restaurant und einem der eindrucksvollsten Strände der Insel. Neun Kilometer Strand, kaum Menschen, kein Netz. Das Restaurant serviert Papas arrugadas mit Mojo und gegrillten Wolfsbarsch für etwa 14 Euro. Man zahlt bar.

  • Abfahrt aus Morro Jable: früh starten, idealerweise vor 9 Uhr
  • Wasser mitnehmen: in Cofete gibt es keine Supermärkte
  • Sonnenschutz: kaum Schatten am Strand, kein Schirm zu mieten
  • Rückfahrt einplanen: die Schotterstraße bei Dunkelheit ist ungemütlich

Essen und Trinken ohne Touristenfalle

In Morro Jable gibt es eine klare Linie: Wer auf der Promenade sitzt, zahlt Touristenpreise. Wer zwei Straßen dahinter sucht, findet gute Küche für normales Geld. Das Restaurant La Laja nahe dem alten Hafen zum Beispiel serviert Fisch, der morgens noch im Wasser war. Ein vollständiges Mittagsmenü mit Getränk kostet dort zwischen elf und dreizehn Euro.

Frühstücken lohnt sich in einer der kleinen Bäckereien am Rand der Altstadt. Frische Bollitos, die typischen kanarischen Brötchen, kosten 40 Cent das Stück. Dazu einen Café con leche, und der Vormittag ist gerettet.

Praktische Hinweise für den Tag

Morro Jable liegt am südlichsten Punkt Fuerteventuras, der Weg dorthin ist weit, ein Kurzbesuch lohnt sich kaum. Wer aus dem Norden anreist, plant besser mit einer Übernachtung. Einfache Pensionen im Altstadtbereich sind für 40 bis 60 Euro pro Nacht buchbar, teilweise direkt vor Ort.

Der Fährhafen bietet eine interessante Option für alle, die Fuerteventura verlassen und Teneriffa oder Gran Canaria anlaufen wollen. Fred Olsen betreibt diese Verbindungen mehrmals wöchentlich. Die Preise variieren stark je nach Saison, aber spontan gebucht kostet eine einfache Fahrt nach Las Palmas selten mehr als 80 Euro pro Person.

Wer Morro Jable auf eigene Faust erkundet, bekommt einen Ort zu sehen, den die meisten Fuerteventura-Urlauber nie kennenlernen. Das ist kein Nachteil, sondern der eigentliche Grund, diese Reise ohne Programm anzugehen.

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